Der wunderbare und zeitlose Film “Miss Daisy und ihr Chauffeur” (1989 Regie: Bruce Beresford) ist eine Tragikomödie und entfaltet seine Wirkung und seinen Unterhaltungswert durch meisterhafte Charakterzeichnungen.

Miss Daisy (Jessica Tandy), Witwe eines reichen Textilfabrikanten, ist eine überkandidelte, störrische alte Dame, die mit einer Zugehfrau in ihrem anwesenartigen Haus lebt und von ihrem Sohn den schwarzen Chauffeur Hoke (Morgan Freeman) vor die Nase gesetzt bekommt, weil ihre Fahrkünste altersbedingt zu wünschen übrig lassen. Doch die Greisin mit Prinzipien wehrt sich anfangs mit Händen und Füßen dagegen, von Hoke kutschiert zu werden, da sie vor der Nachbarschaft und ihren Freundinnen nicht als verwöhnt-dekadentes Luxusweibchen dastehen und ihr Eigenbild der Tüchtigen aus einfachen Verhältnissen aufrechterhalten möchte.

In einer Schlüsselszene des Filmes geraten die beiden wieder einmal aneinander, weil Hoke endlich seinen Job tun und sie in die Stadt fahren will, doch unglücklicherweise sie vorher (im freundlichen Sinne) als “reiche Lady” bezeichnet hat. Daraufhin hält Miss Daisy ihm einen langen Vortrag darüber, aus welch armen Gegend sie ursprünglich komme, wie entbehrungsreich ihre Kindheit gewesen sei, daß ihre Familie sich nicht einmal ein Haustier leisten konnte und selbst die elementarsten Dinge vom Munde abgespart werden mußten.

Als sie fertig ist, zeigt der irritierte Hoke auf ihren Protzpalast hinter sich und sagt: “Ja, Ma’am, aber jetzt geht’s Ihnen doch gut, oder?”

An diese Szene mußte ich denken, als letzte Woche der 2018 erschienene Dokumentarfilm “Sympathisanten – Unser Deutscher Herbst” zu später Stunde von der ARD ausgestrahlt wurde. Der Film handelt von einer Zeit, die heutzutage selbst 40-jährige nur vom Hörensagen kennen, geschweige denn die Jugend, und die doch ein Wendepunkt deutscher Politik bedeutete und sich spiegelverkehrt zu unserer Zeit verhält. Deutschland besaß damals ein gewaltiges Terrorismus-Problem, eingebrockt von irgendwelchen komplett irren und mörderischen Hardcore-Marxisten, deren Idealvorstellung von Land und Gesellschaft dem Kambodscha unter Pol Pot glich.

Wie scheißhausrattenverrückt diese RAF-Blutsäufer waren, unter denen sich wie heutzutage in ähnlich gelagerten Delirien à la Klimaschwindel auch jede Menge dumme Fotzen befanden, merkte man schon daran, daß außer einer Schaar von sich intellektuell nennenden Hohlbirnen keine Sau sich für ihren rotlackierten Faschismus interessierte, im Gegenteil das gemeine Volk all den Baaders, Meinhofs, Ensslins und wie sie alle noch hießen den Tod wünschte.

Von diesen Intellektuellen-Darstellern, insbesondere im Kulturbetrieb, die damals “Sympathisanten” hießen, hier stellvertretend durch die Filmemacher Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta, handelt die Doku. Das ganze und unglaubliche Ausmaß an “Sympathie” der damaligen Künstler, Geschwätzwissenschaftler, teilweise der Medien, ja, sogar einem kleinen Teil der Justiz, insbesondere aber der wohl allzeit debil seienden Studentenschaft für diese Monster, auf deren Rechnung 34 brutalst Ermordete und viele Schwerverletzte gingen, und die klammheimliche Freude über jedes ausgeblasene Licht des “Schweinesystems” zeigt dieser Rückblick nicht im Entferntesten.

Für die Jüngeren: Es handelte sich bei diesem salonkommunistischen Rudel, der sich nicht selber getraut hat, bei solchen halluzinierten Feinden wie Buback, Schleyer, Herrhausen usw. einen aufgesetzten Kopfschuß anzusetzen und stattdessen bei jedem ermordeten Polizisten und “Kapitalistenknecht” durch die RAF vor Begeisterung heimlich ejakulierte, keineswegs um irgendwelche verirrten Hippies oder andere namenlose lebenskünstlernde Bekloppte.

Nein, darunter waren so erlesene Namen wie Heinrich Böll, einer der talentlosesten deutschen Schriftsteller, den heutzutage keine Sau mehr liest, und Rainer Werner Fassbinder, dessen Filme nur noch in irgendwelchen obskuren Museen gesehen werden können.

Vor allem jedoch will der Film den Eindruck vermitteln, als seien diese Kulturschaffende und ihre Anhängerschaft damals durch ihre Nähe zum Terrorismus wie heute konservativ oder rechts eingestellte Künstler von Staats wegen in Ungnade gefallene Isolierte gewesen, die von Förderung und Alimentierung mit Steuergeldern ausgeschlossen wurden.

Das Gegenteil war der Fall! Obwohl die Regierung seinerzeit gemessen an heutigen politischen Verhältnissen stockkonservativ zu bezeichnen war, handelte es sich bei der RAF-Dekade der Bundesrepublik um eine Zeitenwende, in der das Linksradikale, der ehe- und familienzerstörende, aggressive Feminismus und der unbedingte Deutschlandhaß, also alles, was zu der gegenwärtigen Zerstörung des Landes beigetragen hat, im künstlerisch kulturellen Bereich mit zig Milliarden von Staatskohle erst salonfähig gemacht wurden. Ich werde das gleich anhand der beiden Filmemacher beweisen.

Am Anfang des Filmes guckt sich der Sohn von Schlöndorff und von Trotta, der auch die Doku gedreht hat – übrigens finanziert von Rundfunk Berlin-Brandenburg, Südwestrundfunk, ARTE, Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmfernsehfonds Bayern, MFG Filmförderung Baden-Württemberg, Deutscher Filmförderfonds -, mit staunenden Augen alte Bilder, Unterlagen und Tagebücher der seinerzeit ach so Geächteten an, als hätten ihm seine Eltern alles nicht schon hundertmal erzählt.

Bilder von Anschlägen und Taten von Holger Meins, Horst Mahler, Jan-Carl Raspe und anderen Mördervisagen tauchen auf, wobei aus dem Hintergrund, ach sieh mal an, Marius Müller-Westernhagen sich singend darüber beschwert, daß die Polizei seine Wohnung durchsucht habe. Dazwischen der berühmte Satz am Grab des Terror-Soldaten: “Holger, der Kampf geht weiter!”

“In einer großen Serie über Sympathisanten im SPIEGEL tauchen meine Eltern auf als Unterstützer der Roten Hilfe und von Anti-Isolations-Komitees.” Und Margarethe von Trotta ergänzt: “Man war empört, das war eine Empörung, daß ein Staat, der sich als ein demokratischer Staat ausgibt, dann doch wieder solche Methoden anwendet, die eigentlich dem Nationalsozialismus zugesprochen werden konnten.” Volker würzt das Ganze noch mit Phrasen von “Polizeistaat” und “Zivilgesellschaft”. Alle ganz schlimme Opfer.

Ist es wirklich so gewesen? Dann wollen wir mal schauen. Volker Schlöndorff, der Phantasieloseste des “Neuen Deutschen Films” ohne einen eigenen Stil, hat in dem Terror-Jahrzehnt der 70er, in denen er als Sympathisant gescholten und offenkundig wie ein Aussätziger behandelt wurde, sage und schreibe 11 Filme gedreht:

1970: Baal
1970: Mathias Kneißl (nur Darsteller)
1971: Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach
1972: Die Moral der Ruth Halbfass
1972: Strohfeuer
1974: Übernachtung in Tirol
1975: Die verlorene Ehre der Katharina Blum (Co-Regie und Co-Drehbuch)
1976: Der Fangschuß
1977: Nur zum Spaß – Nur zum Spiel (Dokumentarfilm)
1978: Deutschland im Herbst
1979: Die Blechtrommel (auch Drehbuch)

Alle diese Filme wurden vom deutschen (Polizei-)Staat bezahlt (Filmförderung) bzw. daß er heute dieses Interview in seiner palastartigen Behausung in Potsdam geben darf, verdankt er einzig und allein dem Steuergeld der damals von der RAF-Meute drangsalierten Deutschen. Und auch für sein späteres “Œuvre”, selbst für seine Filme, die er in den USA und in Frankreich und weiß der Teufel noch wo fabriziert hat, mußte der deutsche Steuerzahler für ihn ran. Es geht hier um Abermillionen von DM, Dollar und Euro.

Noch Ende Januar 2007 sprach er sich erneut für die Haftentlassung des ehemaligen RAF-Angehörigen Christian Klar aus, der seit 1982 inhaftiert war und zu jenem Zeitpunkt ein Gnadengesuch beim Bundespräsidenten eingereicht hatte. Das ist ein besonders lustiges Kerlchen: Neunfacher vollendeter und elffacher versuchter Mord, begangen teilweise in Tateinheit mit vollendeter und versuchter Geiselnahme, erpresserischer Menschenraub, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, versuchte Nötigung von Verfassungsorganen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Selbst berühmte Serienkiller haben weniger Kerben auf ihrem Colt.

Aber Steuergeldsäufer Volker hatte in den 70ern ständig Migräne, weil man ihm Sympathien für den Terror nachsagte – wie traurig.

Zu Margarethe von Trotta: In den 70ern, also in den Jahren, in denen man sie ebenfalls als Sympathisantin mit den als Geistesgrößen getarnten Gewohnheitsmördern in Verbindung brachte, wurde sie genau 21-mal als Schauspielerin engagiert und drehte 3 Filme als Regisseurin – samt und sonders auf Steuerzahlers Kosten. So sah damals die Verfolgung der “Andersdenkenden” durch den Staat aus, während meine Eltern zu jener Zeit vor lauter 12-Stunden-Tag-Knochenarbeit regelmäßig zusammenbrachen!

Heinrich Böll meint im Interview damals, er könne in diesem “Hetzklima” gar nicht mehr arbeiten, also in einem Klima, in der der komplette Kulturbetrieb und mindestens die Hälfte der Medien sich um des schicken Links-sein-Wollens auf die Seite der Mordbestien geschlagen hatten und paradoxerweise der Staat eben diese Ekel-Gesinnung aus vollen Rohren zu subventionieren begann. Wenn der olle Böll unter diesen traumhaften Umständen schon schlapp machen wollte, was soll heute erst ein Akif Pirinçci sagen?

Dann lugt ein Christof Wackernagel – für sein Alter super in Schuß – aus einem atemberaubenden Luxus-Ambiente, das augenscheinlich sein Haus oder seine Wohnung ist, in die Kamera und gibt auch noch seinen Senf zu der ganz, ganz schlimmen Zeit. Wohl gemerkt, der Mann ist ein ehemaliger Terrorist der Rote-Armee-Fraktion und wurde 1980 wegen Mordversuchs und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Hat’s ihm geschadet? I wo, er wurde als Schauspieler von 1967 bis 2018 zirka 55 mal für Kinofilme und Fernsehfilme und -serien engagiert, selbstredend samt und sonders in steuer- oder gebührenfinanzierten.

Auch Karl-Heinz Dellwo, der sich jetzt Dokumentarfilmer und Verleger nennt, wohnt gediegen. Er ist ein ehemaliger Terrorist und war 1975 an der Geiselnahme und den Ermordungen in der deutschen Botschaft in Stockholm beteiligt und wurde zu zweimal lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Kam natürlich vorzeitig wieder frei. Karl-Heinz sabbelt ebenso einen Rechtfertigungsscheiß über die gute alte, ähm, furchtbare Zeit und daß sich das halt so ergeben habe.

Interessant ein Tagesschau-Kommentar von 1974 von Matthias Walden (min 22:20), der exakt ausspricht, wie die gesamte damalige Kulturszene diesen marxistisch-mörderischen Wahn forciert und gutgeheißen hat und insbesondere auf den mißverstandenen armen Böll eingeht. Heute würde man den Mann bei der ARD nicht einmal als Kloputzer beschäftigen.

Alle bekannten noch lebenden Sympathisanten, Involvierte, Helfer und Helfershelfer dieser blutigen Ära kommen ausschnittsweise zu Wort, und stets sind ihre Beteuerungen gleich: Ich war immer dagegen / Das waren keine Mörder, das waren Anarchisten / Ich hab doch nur meine Meinung gesagt / Das habe ich nicht gewußt / Ich war jung und naiv usw. Doch merkt man ihnen an, daß sie für ihre angebliche Drangsalierung durch den Staat eigentlich eine Entschuldigung erwarten.

Allen voran Daniel Cohn-Bendit, der erfolgreichste Post-Profiteur der links-grünen Agenda und seit Noahs Zeiten EU-Abgeordneter. Vermutlich hat er sich inzwischen durch die Gewinne seiner Ein-Mann-Polit-Manufaktur ein Barock-Schloß gekauft.

Überhaupt bleibt die Frage unbeantwortet, wie einst derart böse Verfolgte nur ein paar Jahre später es zu Obere-Mittelschicht-bis-Pfeffersack-Existenzen gebracht haben. Die Doku verrät auch nicht, daß es gerade diese “Sympathisanten” waren, die für ihre egoistischen Zwecke, nämlich Anhäufung von Vermögen, über den Umweg des Kulturbetriebs den Staat kontinuierlich auf Links, später getarnt als Grün geschliffen und ihre fast ausnahmslos miserablen Kulturprodukte und Geschwafel-Kanonaden dem Bürger als eine Art Sondersteuer aufgebürdet haben. Heute ist ihr Werk vollendet, und deutsche Kunst und Kultur ist bis auf wenige Ausnahmen von der Staatskohle so abhängig wie der Junkie von der Nadel.

Irgendwo in der Mitte beginnt “Sympathisanten – Unser Deutscher Herbst” zu langweilen, weil sie einerseits musterschülerhaft die sattsam bekannten historischen Punkte wie Mogadischu, Schleyer-Mord usw. abhakt, anderseits all diese Kollaborateure des Bösen aus bürgerlicher und sicherer Distanz und Profiteure eines selbst geschaffenen linken Zeitgeistes als im Lauf der Jahre zur Erleuchtung gelangte Weisen selbst ein Resümee ziehen läßt, und siehe da, war halt alles eine wertvolle Lebenserfahrung, kannste nix machen.

Die allerwichtigste Frage fehlt ebenfalls. Wie würde es heute einem Schriftsteller, Filmemacher, Journalisten oder Anwalt ergehen, der seinen Standpunkt über mordende Ultrarechte nicht so explizit festlegen will, der, sagen wir mal, irgendwann den Mörder von Dr. Walter Lübcke bei sich übernachten ließ, der Petitionen an den Bundestag initiiert, damit diese Nazis endlich aus dem Gefängnis freikommen, der aus reiner Freundschaft von ihnen Koffer mit Waffen und geraubtem Geld übernimmt und zu dubiosen Zielen bringt, der Paßbetrug wegen dieser Bande begeht, der deckt und relativiert und der alles in dieser Beziehung schön(-schlau-)redet?

Ich weiß, es ist eine dumme Frage. Denn jeder weiß, daß diesen Schriftsteller, Filmemacher, Journalisten oder Anwalt Jahre später kein Morgan Freeman mit den Worten aufmuntern würde: “Aber jetzt geht’s Ihnen doch gut, oder?”

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