Von Andreas Porschen

1996: Es war das Jahr, in dem Songs wie Coco Jambo und Macarena die Hitparade stürmten, und ich, möglicherweise angsteckt vom Karibikflair im Radio und der allgegenwärtigen Latinoästhethik, die der auf Diskofox gedrillte Deutsche in seiner Dorfklitsche peinlich und hüftsteif zu kopieren versuchte, zum ersten Mal den Kurven und Reizen einer Frau erlag, ich also entdeckte, dass das Glühwürmchen zwischen meinen Biafrabeinen auch flüssiges Erbgut produzierte.

Endlich verstand ich, was ältere Jungs auf dem Bolzplatz immer meinten, wenn sie davon sprachen, diese oder jene Braut “gerne punktpunktpunkt zu wollen”. Opfer meiner Begierde war natürlich keine von meinen gleichaltrigen Klassenkameradinnen, die mich mit Spinatresten zwischen ihren Zahnspangen angrinsten wie Thomas Herrmanns in der Sauna und deren Teint im Kreide- oder Arztkittelweiß erstrahlte, als nächtigten sie auch tagsüber in einem Sarg.

Nein, mit diesen Mädchen und Frauen war ich aufgewachsen, und selbst die Exoten unter den üblicherweise hell- bis straßenköterblonden Chicas mit Sommersprossen und rotem Anetta-Kahane-Afro, vermochten nicht mich zu verleiten, allergischen Schnupfen vorzutäuschen und einen Vorrat Taschentücher für den “Notfall” in der Nachttischschublade zu bunkern.

Ich war geflasht von Verona Feldbusch, eine deutsch-bolivianische, rassige, meinem pubertären Urteilsvermögen nach göttliche Abgesandte, die aus einer fremden Gazongas- Galaxie als Verführerin und Entjungferin meiner verborgenen sexuellen Sehnsüchte die weltliche Bühne betrat und über meinem Monitor flimmerte. Ich verlebte heiße, schweißnasse Sommernächte im Kinderzimmer unter dem Dachstuhl, immer in Gedanken an die biblische Verona.

Und während ich das 1×2-Meter-Bett, in dem ich selber kaum Platz hatte, zur Rund-um-die-Uhr-Molkerei umfunktionierte, fragte ich mich, wie es diesem Luftgitarrenspieler im rosa Adidas-Trainingsanzug, einem Typ der optisch auf Lude und gesanglich auf Liza Minelli (im Stimmbruch) macht, als hätte er sich die Eier in der Manta-Tür eingeklemmt, bloß gelungen war, eine Bombenlady wie die Feldbusch flachzulegen. Ich war wütend! Wütend, weil ich wahrscheinlich nur eine Königskette, eine Tube Selbstbräuner und einige Haare am Sack davon entfernt war, ihr meine Zündschnur zu präsentieren.

Irgendwann verflachte dann mein Interesse an ihr. Mit jedem Waschgang meiner Laken und Dinosaurier-Bettwäsche, schwand die Hoffnung, eines Tages Veronas Venushügel mit der Geschicklichkeit und Hingabe eines Vaginaflüsterers zu verwöhnen. Ich wechselte nach dem Sommer auf eine andere Schule und war ganz plötzlich von neuen Versuchungen und Potenzgranaten umgeben: Türkinnen und Araberinnen!

Wie oft habe ich mir vorgestellt, diesen, meinen, ja unseren Ersatz-Latinas, die ich als wahre Rohdiamanten verstand und die nur den letzten Schliff hin zur Südseekönigin benötigten, dieses lästige Tuch alias den von Giorgio Schariami designte Gesichtsgulag vom Kopf zu reißen. Wie die Prinzessin, die den Frosch küsst. Und badabumm!, plötzlich erscheint der edle Prinz im Nebel seiner Verwandlung. So würde es auch sein, wenn ich, Prinz Eisenschwanz, ihre Häupter befreite.

Was mich davon abhielt, war die damals wie heute berechtigte Angst, ihre Brüder und Clan-Verwandten könnten mir auflauern und mich zu Kartoffelbrei stampfen. Ich hatte auch keinen Bock beim Schulsozialarbeiter anzutanzen, der mir dann bestimmt so ein Aussteigerprogramm für Schulhof-CD-Konsumenten aufgezwungen hätte, obwohl ich wirklich nur ihnen und mir selbst helfen wollte. Angetrieben von unbändiger Geilheit.

Rassistisch gegenüber Frauen, speziell meinen Fantasie-Bereicherinnen, denen ich Statuen aus Bronze – wie der Allmächtige sie schuf – im Herzen Neuköllns widmen würde, um ihnen zu huldigen? Im Gegenteil: Ich vergötterte diese Frauen ja, betrachtete sie als Ideal. Ich würde ihnen sogar die Füße küssen. Ich frage: Wer würde einer Salma Hayek nicht den Bourbon von den Zehenspitzen lecken wie Quentin Tarantino? Tag und Nacht, From Dusk Till Dawn, hatte ich nur noch diese Bilder nackter, bauchtanzender Halbmond-Göttinnen im Kopf, die mich wie ein Kamel ritten.

All meine Vermutungen bzw. all das, was ich inzwischen auch auf Pornhub oder anderen Portalen über die sexuelle Sprengkraft dunkler, mythischer Frauen in Erfahrung gebracht hatte, bewahrheitete sich spätestens, als ich schicksalshaft von dem Glück erschlagen wurde, eine solche meinen Vorstellungen bis ins kleinste Detail entsprechende Frau kennenzulernen und sie zu jagen. Ja, sie zu jagen. Denn diese Frauen wollen Frau sein und lassen sich nicht mitreißen in die finstere Gedankenwelt naturnegierender, die Weltherrschaft anstrebender, Bügeleisen boykottierender, identitätskriselnder Waschweiber im institutionalisiert halluzinierten Unterdrückungswahn.

Kommst du dagegen den Dunkelartigen beim ersten Date mit geteilter Rechnung wie so ein Emanzipations-Eunuch um die Ecke oder gibst du ihnen nicht unmissverständlich zu verstehen, dass du derjenige mit den Eiern bist und sie begehrst, wird sie, kurz nachdem du dich zur Krönung noch wie ein jungfräulicher Schlappschwanz von ihr verabschiedet hast, deine Nummer löschen, eventuell blockieren und dich danach aus ihrem Gedächtnis verbannen, als wärst du eine 20 Jahre alte, leicht eiternde Schürfwunde aus der Kindergartenzeit: bisschen unangenehm, aber recht schnell wieder weg, ohne lästige Narben zu hinterlassen.

Meine Errungenschaft war jedenfalls eine orientalische Vollblut-Virtuosin mit der Spezialität, erektile Vulkanausbrüche zu verursachen.

Sie schnurrte wie ein Perserkätzchen und räkelte sich und ihren kaschmir-weichen Körper wendig, aber in geschmeidigen, natürlichen Bewegungen auf der Matratze herum. Erst miaute sie immer ganz handzahm bevor sie schrie, wenn ich ihr das Höschen vom Leib riss und mit der Zunge in ihren Tempel vorstieß. Dabei kam ich mir vor wie Indiana Jones und Crocodile Dundee in einer Person. Ein Abenteurer auf Schatzsuche, der ganz genau weiß wie man wilde Raubkatzen erlegt und Tempel öffnet.

Sie schrie so laut vor Lust, als stünde sie auf einem Minarett, um aller Welt zu verkünden, wie nass und befriedigt sie war. In meinen Ohren klang das Gestöhne immer wie ein Medley aus “Je t‘aime” und “My heart will go on”. Der epische, orchestrierte Höhepunkt eines verschmolzenen Duetts zweier Sex-Junkies, die sich am Saft des jeweils anderen laben. Ewig hätte ich mich an ihren braun-grau schimmernden, feucht-glänzenden Lippen, festsaugen können. So verrückt war ich nach dem Geruch, der Farbe und ihrem Geschmack, ja ihrer Lubrikation, die mich vor ein evolutionäres Rätsel stellte. Das muss doch von der Natur und von GOTT so gewollt sein, philosophierte ich im Schoße und zwischen den Schenkeln meiner Muse. Ihre Muschi war wie die Quelle saudischen Öls – es lief wie geschmiert und immer weiter.

Auch sie hatte das natürlich voll drauf mit dem Belohnen: Eine ihren Liebhaber ebenso verwöhnende Nah-Östlerin versteht den Blowjob als Kür ihrer Künste und nicht als so ein Samstag-Abend-Ritual zwischen DSDS-Werbepause und Bierholen. Sie wird ihrem Mann niemals den Eindruck von Langeweile oder eines routinemäßigen Programms vermitteln, sondern all ihren kreativen Charme einsetzen und das Schlafzimmer oder jeden anderen Ort der Liebelei in ein Disneyland für erwachsene Männer transformieren, jedenfalls für solche Männer, die ihr es ihr richtig besorgen können.

Soll heißen: Die orientalische Blockflötenexpertin ist eine wahre, unverbesserliche Fachkraft, wenn es darum geht, dich mit ihren Lippen auf Wolke 7 zu schicken (ganz ohne Aladdin-Teppich). Sie saugt und nuckelt deine Wunderlampe so dermaßen leer, bis du irgendwann matt-geschlagen wie beim Überqueren der Ziellinie eines Marathons umkippst, als hätte man dir eine in Betäubungsmittel für Walfische getränkte Harpune in den Arsch gerammt. Bis zum letzten Tropfen. Unbeschreiblich, selbst für einen Eloquenz-Bolzen wie Trappatoni.

Ich hatte echt Glück mit ihr, quasi einen doppelten 6er im Lotto. Hinter ihr wachte aber auch keine Armee von Aufpassern, die auf jeden ihrer Schritte achteten wie ein Fitnessberater oder sich zum Richter und Henker für weibliche Libido-Angelegenheiten aufplusterten.

In der Regel läufts allerdings anders: Viele junge Muslima wissen natürlich gar nicht wie sie ihr sexuelles Lustempfinden ausleben sollen und wohin mit ihren Wünschen, schließlich wird ihnen ja alles verboten. Die können sich keinen Vibrator über DHL im Netz bestellen und sich haram benehmen, wenn das Pfläumchen juckt, sonst gibt’s Schläge von Papa Yusuf. Also wohin mit dem Bedürfnis, das jede, ausnahmelos jede Frau eines Tages heimsucht?

Es ist kein Gerücht, dass viele junge Musliminnen sich von ihren deutschen Freunden Thomas und Daniel in den Arsch ficken lassen. Wann hört das endlich auf? Wann darf sich Aishe genauso so verwirklichen und austoben wie Zwillingsbruder Achmet, der eine blonde Tussi nach der anderen knallt?

Und heutzutage ist es noch viel schwieriger sich aus dem Sog der sexuellen Anziehung und zwanghafter Anbetung zu lösen und bei Verstand zu bleiben, denn mittlerweile bestechen diese Frauen neben ihrem Sexappeal auch durch höhere Bildungsabschlüsse, Quoten im Fernsehen und geregelte Einkommen, was sie zu echten Koryphäen ihrer leider immer noch in der Minderheit vertretenen und teils zu Besitztümern ihrer Väter, Brüder, Cousins und Macker deklarierten Spezies macht.

Ich denke da nur an die nicht verlegene, zwischen ihren Witzen über Gartenzwerge auch mal die eigene iranische Kultur durch den Kakao ziehende Comedy-Gigantin Enissa Amani, die sich aus den faschistoiden Fesseln von Kommunismus und Islamismus, also den freiheitsfeindlichen Einflüssen ihrer Herkunft befreite und besser Deutsch spricht als Markus Söder. Oder an Seyda Kurt und Fatma Aydemir, die als Sprachrohr einer neuen, integrierten, modernen, säkularisierten Generation junger Muslima gelten und nach Liebe schreien, nach Anerkennung, nach Hartgeld, nach Veränderungen, die nachhaltig verbinden und nicht spalten– Frauen mit denen man Esel stiehlt.

Liebe Fatma, die du in meinen Träumen vorkommst als die naturschöne, bäuerliche, mit ihren treuen Augen jeden Raum in ein Bernsteinzimmer verwandelnde Oriental-Version von Penelope Cruz, gefangen in der Ödnis anatolischer Felsenlandschaften und patriarchaler Inhaftnahme männlicher Verwandter, wartend auf die Ankunft eines abendländischen Ritters, der dich in Europa zur Gemahlin nimmt und zu Königin krönt. Also wenn ich dich so ansehe – und ich kenne dein Gesicht bzw. die darin beschriebenen Sehnsüchte und sich abzeichnenden Schmerzen so gut – gelobe ich dir eine goldene Zukunft, solltest du über den Schatten intersektional-feministischer Idiotie springen und jenes Mantra in die Tat umsetzen, für das dich du so vehement krummbuckelst: Multi-Kulti.

Denn auch uns deutschen Männern dürstet es nach Liebe und exotischer Sinneserfahrung wie sie Marlon Brando in “Meuterei auf der Bounty” widerfuhr. Nicht jeder von uns sieht aus und spricht wie Udo Pastörs im Onkel-Franz-Lindenstraßen-Look beim Glatzen-Grillfest auf einer Bierbank. Ich will euch hier, wir wollen euch hier! Und auch wenn 97,6 % dessen, was du auf “taz” von deinem schmalen Ast zwitscherst oder deinen Schwuchtel-Fans auf Twitter auftischst unnötig ist wie ein Fundbüro in Polen oder ein Solarium in der Sahara-Wüste, gehörst du, gehört ihr alle für mich dazu – ihr seid Deutschland!

Möglicherweise seid ihr sogar deutscher als der deutscheste deutsche Dackelzüchter mit Deutschlandfähnchen auf dem Dach seines Schrebergartenhäuschens, denn ihr habt die verklemmte Spießigkeit des euch in punkto moderner Denke rechts in Lichtgeschwindigkeit überholenden, bürgerlichen Milieus perfektioniert. Ihr seid die Kirsche auf der Sahnetorte der Kleinkariertheit. Also lasst es zu! Mich und andere deutsche Männer interessiert es sowieso nicht die Bohne, was ihr zu sagen habt, sondern wie sich eure Hintern zu verschiedenen Bässen bewegen. Wir müssen unsere kulturellen Gräben endlich überwinden und uns umarmen, ganz viel umarmen. Okay nicht zu viel umarmen, sonst Beule.

Manchmal fühle ich mich wie so ein im Käfig von orientalischer Erotik eingekesselter Gorilla, dessen animalisches Brustgetrommel als Ausdruck primitivster Paarungsbereitschaft im Sexismus-Getöse versickert. Wann komme ich frei? Nennt mich “King Kong und die braune Frau”!

Versteht mich nicht falsch. Das hier ist keine Verarsche. Nein, das hier ist nicht nur ein längst überfälliges Loblied auf die interkulturelle, insbesondere sexuelle Annäherung zwischen weißen Männern und orientalischen/südländischen Frauen sowie eine Liebeserklärung meinerseits an die postmigrantische Frauenwelt da draußen, sondern auch ein intimer Leak aus dem Gedankenlabyrinth eines Lustmolchs, eines Befürworters der Massenmigration junger, orientalischer Schönheiten in die Betten und vor das lodernde Kaminfeuer deutscher Männer.

Schickt sie uns, schickt sie uns alle, also die Geilen! Okay nicht nur die, sondern auch die Hengamehs und Sibel Schicks. Wir können uns nicht leisten, wertvolles Frauen- und Reproduktionsmaterial aus dem Morgenland auszumisten bzw. da selektiv zu werden, als säßen wir in der Jury von “Germanys Next Migrantenmodel”. Schließlich brauchen wir auch Kanonenfutter für Typen wie Bauern-Gustl oder Ingo, den Staubsaugervertreter, der schon verzweifelt den Thai-Katalog durchblättert und sich etliche Haarwuchs-Mittelchen auf die Geheimratsecken schmiert – sprich für die Loser im Game.

Wenn die sich jedenfalls alle auf den Weg machen, dann stelle ich mich als Erster an die Grenze, schneller als die Köterrasse mit dem Schwanz wedeln kann, und brülle: “Sesam öffne dich!”

Wer kann denn schon etwas dagegen haben? Gut, die sich danach ersetzt fühlenden weißen Frauen vielleicht, was mir aber, um ehrlich zu sein, voll am Arsch vorbeigeht. Sie haben ja jahrelang rumgetönt, sie bräuchten uns nicht. Sie waren es ja, die sich der Fortpflanzung mit uns anständig erzogenen, deutschen Jungs widersetzten. Ihre Witzchen rissen und uns behandelten wie Unsichtbare. Dann nehmt euch halt die migrantischen, von euch am Bahnhof im Trubel der toleranten Knalltüten besungenen “Männer” mit Haftbefehl-Akzent, die mit ihrer Ghetto- und Gangsterattitüde nachts gegen Zigarettenautomaten treten, in der Hoffnung, dass Kleingeld rausfällt.

Und wir nehmen uns dafür die orientalischen Perlen. Ein fairer Deal wie ich finde. Sie müssen sich nur an die neuen Umstände gewöhnen und auch, da kann ich alle beruhigen, eine unbeschnittene Salami schmeckt regelmäßig gewaschen wie Zuckerrübe, isch schwör.

So Mädels: Ich küsse eure Augen. Ich küsse eure Schultern. Ich küsse eure Bauchnabel. Okay, jetzt muss ich aufhören, sonst bin ich derjenige, der gefickt wird. Von der Staatsanwaltschaft …

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