Es ist sehr leicht und billig, sich über Philosophen lustig zu machen – wenn man mit intellektuellen Gedankenspielen nichts anzufangen weiß. Das liegt daran, daß sie sich oft einer geschraubten, mit tausenderlei Fremdwörtern gespickten und vielleicht bewußt unverständlichen Sprache bedienen und jeweils und stets aufs Neue als allerletzte Löser von Weltproblemen auftreten nach dem Motto “Nach mir kommt nix mehr”. Das ist natürlich ein Klischee, doch wie in jedem Klischee steckt darin auch ein Fünkchen Wahrheit. Dennoch neigen einfache Menschen dazu, Philosophen als arrogante Laberköpfe und schnöselige Blender abzutun, was allerdings ebenfalls eines Wahrheitsfunken nicht entbehrt.

Die lächerlichsten Philosophen sind jedoch jene, welche eine Sensation zu präsentieren wähnen, indem sie die bestehende Realität einfach in ihr Gegenteil verkehren (selbstredend nur in der Theorie), um dem Publikum wie ein Zauberer bei seinem Spitzentrick zu demonstrieren, daß das, was es als gegeben und real wahrnimmt, gar nicht existiert. In Wahrheit aber ändert sich an der Realität gar nix; es ist nur ein Zaubertrick.

Ein solcher Zauberer ist Nils Markwardt. Er selbst ist zwar kein Philosoph und hat andere Geschwätzwissenschaften studiert. Doch als Redakteur des “Philosophie Magazins” rückt er nun mit einer Erkenntnis heraus, die sprachlos macht: Schwarz ist in Wirklichkeit weiß – und umgekehrt. Am 20. Juli schreibt er in einem ziemlich langen Essay auf ZEIT-Online unter der Überschrift “Festungen aus Illusionen”, daß souveräne Staaten gar nicht mehr vorhanden sind, im Gegenteil, daß die Souveränität eines Nationalstaates erst dadurch wiedererlangt werden könne, indem man jeden Dahergelaufenen aus dem Orient und aus Afrika ins Land reinläßt. Um dieses Ei des Columbus zu beweisen, steigt er gleich am Anfang mit einer hübschen Kollektion an Lügen voll in die Eisen:

“Die europäische Abschottungspolitik ist Realität. Sie ist Realität, weil die Ertrinkenden real sind. Weil die für Rettungsschiffe verschlossenen Häfen real sind. Weil die vor Gericht stehenden Seenotretter real sind. Weil die gesellschaftliche Polarisierung real ist, und weil die Regierungskrisen real sind. Allerdings ist die Abschottungspolitik auch eine Inszenierung. Sie simuliert Formen der Souveränität, die es längst nicht mehr gibt und sich auch nicht wiederherstellen lassen werden. Die einseitige und uneingeschränkte Handlungsmacht von Staaten und Staatengemeinschaften verschwindet.”

Alles Schwachsinn in Vollendung, den es aufzudecken gilt. Seitdem die sogenannte europäische Abschottungspolitik innerhalb der letzten 20 Jahre in aller Munde ist, hat sich die Anzahl der fremden Versorgungssuchenden in Wohlfahrtsstaaten verzehnfacht. Allein nach Deutschland strömen jährlich immer noch bis zu 230 000 mehrheitlich Unqualifizierte, Analphabeten und Kulturfremde, die augenblicklich ins offenbar unerschöpflich scheinende Sozialsystem einwandern. Das ist aber nicht alles. Unlängst gab die Regierung bekannt, daß seit 2015 zirka 350 000 Menschen aus besagten Ländern infolge des Familiennachzugs dazustießen, die weder als “Asylsuchende” noch “Flüchtlinge” gelten. Hinzu kommen die von der Regierung freiwillig “Abgenommene”, die über irgendwelche Abmachungen und als “humanitäre Geste” reinschlüpfen und jährlich so um die 20 000 betragen, vielleicht auch mehr, man weiß es nicht. Diese importierten Sozialfälle, von denen nicht einmal ein Fünftel jemals sich selbst und ihre Familien versorgen werden, schlagen also allein in Deutschland mit 353 000 Menschen zu Buche, und das pro Jahr. Von den seit 2015 hier Aufgeschlagenen 2 Millionen und unregistriert Untergetauchten ganz zu schweigen. Und von den “noch nicht lange hier Lebenden”, die hälftig arbeitslos sind, gar keine Rede.

Von welcher Abschottungspolitik redet dieser Irre? Geht er auch mal auf die Straße und guckt, wie die Masse der Andersfarbigen, Andersreligiösen und Anderskulturellen in beängstigender Weise kontinuierlich wächst? Registriert er nicht, welche bis unlängst kaum vorstellbare Brachialgewalt täglich von diesen Leuten bisweilen ausgeht? Hat er noch nie vom stetigen Absinken des durchschnittlichen Intelligenzquotienten im Lande gehört, die eine unmittelbare Folge dieses Bevölkerungsaustausches ist?

Stattdessen tut er so, als erfolge die illegale Masseneinwanderung ausschließlich übers Mittelmeer. Da kommen ihm die darin Ertrunkenen, die allesamt selbst für ihren Tod verantwortlich sind, weil sie den Sirenengesängen des westlichen Vollversorgungsstaates gefolgt sind, als Les Misérables gerade recht, um eine “Realität” heraufzubeschwören, die in Wahrheit eine immens primitivere Realität verdeckt, nämlich Kohle kassieren fürs Nix-tun.

Aber, meint unser philosophisch Angehauchter, diese ganze Abschottungs- und Grenze-Scheiße würde sowieso nicht funktionieren und bringt dafür als Negativbeispiel, wie es in letzter Zeit unter den Refugees-Welcome-Eierköpfen so Mode geworden ist, die illegale Einwanderung an der mexikanisch-nordamerikanischen Grenze. Das ist natürlich schlau, weil wir erstens keine Ahnung davon haben, wie es dort wirklich abläuft – er übrigens auch nicht, da er lediglich aus einem Buch einer linksradikalen Autorin zitiert – und zweitens weil die wohlfahrtstaatlichen, ethnischen, religiösen und kulturellen US-Migrationsverhältnisse nicht mit denen der europäischen, am allerwenigsten mit den deutschen vergleichbar sind. Es lohnt sich aber auch aus einem anderen Grund nicht, dagegen zu argumentieren, denn er ein paar Sätze weiter sagt er plötzlich selber, daß das eine mit dem anderen nicht vergleichbar wäre.

So kommt er notgedrungen ins (Küchen-)Psychologisieren und halluziniert was von “eingemauerten Menschen”. Kein Witz, die sollen wir sein:

“An diesen Gruppen, die man in ähnlicher Form in Ungarn oder Bulgarien findet, zeige sich laut Brown: Haben Mauern eigentlich die Aufgabe, normativ ein klares Innen und Außen zu markieren, indem sie jene aussperren sollen, die nicht `unsere liberalen Werte´ teilen, so erzeugen sie psychopolitisch das Gegenteil: Sie dämonisieren und pauschalisieren das Außen, während sie im Inneren sukzessiv einen ‘homo munitus’ schaffen, den eingemauerten Menschen, der die Erosion ebendieser liberalen Werte verkörpert.”

Ich weiß, das klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach zu verstehen. Da diejenigen, die zu uns kommen, nicht so liberal sind wie wir, bauen wir Mauern (?). Dadurch verraten wir aber eben diese unsere liberalen Werte. Deshalb müssen wir die Grenzen für all die Nicht-Liberalen öffnen, damit sie reinkommen und unserer Li­ber­ti­na­ge den Garaus machen. Wir müssen also rein aus (liberalem) Prinzip unseren eigenen Untergang herbeiführen – was wir auch tun. Das ist sozusagen die hohe Philosophie des in den eigenen Arsch Beißens.

Er kapiert`s immer noch nicht. Junge, wir sind nicht eingemauert, selbst wenn an unseren Grenzen lückenlos zehn Meter hohe Zäune in den Himmel wüchsen. Wir können in der ganzen Welt rumreisen, wohin wir wollen, und überall sind wir mit Kußhand willkommen. Das kommt daher, daß wir uns einen gewissen Wohlstand erarbeitet haben und immer die Rechnungen bezahlen können. Das wiederum kommt daher, weil wir im Gegensatz zu denen, die unbedingt zu uns kommen wollen, nicht den ganzen Tag mit der Religionsscheiße beschäftigen, ohne Sinn und Verstand Kinder in die Welt setzen bar eines Gedankens, was einmal aus ihnen wird, unsere Artgenossen ohne Schwanz als gleichwertig ansehen und behandeln, neugierig und visionär sind und forschen, Gewalt und Häßlichkeit als Tabu erachten, vor allem aber weil wir fleißig, schlau und ausdauernd sind. Für überwältigend Viele, natürlich nicht für alle, die zu uns kommen wollen, ist all das Aufgezählte nicht einmal ein Begriff. Sie sehen nur den fertig gedeckten Tisch und in uns die Köche und die Kellner. Großer Gott, ist das denn so schwer zu verstehen!?

Womöglich weiß Nils das auch, deshalb greift er zum beliebtesten Trick der Immer-herein-Befürworter, nämlich zu jenem, daß das eine mit dem anderen zusammenhinge, genannt die globalisierte Welt:

“Seehofer und seine Leute wissen vermutlich auch, dass die Betonung nationaler Souveränität – also der Vorstellung, Nationalstaaten könnten autonom handeln – in Zeiten einer hochgradig globalisierten und transnational verflochtenen Welt ein Akt politischer Illusionskunst ist.”

Der große Illusionist bist du, mein lügnerischer Freund. Denn du fügst zu den bekannten Naturgesetzen schnell mal ein weiteres Naturgesetz hinzu, nämlich das Gesetz der Globalisierung, obwohl dies menschengemacht ist und freiwillig geschieht, unser Land betreffend sogar nur von kriminellen Politikern und irgendwelchen grün-links versifften Verbrechern forciert wird ohne den Volkswillen zu berücksichtigen. Kannst du mir mal verraten, wie weit wir mit Afghanistan global verquickt sein sollen, so daß wir jeden Afghanen rein lassen müssen, wenn er an der Grenze “Asyl” stottert? Kaufen uns die Italiener keine Miele-Waschmaschinen mehr ab, wenn wir die Einreise von Irakern in unser Land verwehren? Was haben wir globaltechnisch mit solchen shitholes wie Ägypten, Äthiopien, Burkina Faso, Ghana, Kamerun, Kongo, Ruanda usw. am Hut, außer daß jedes einzelne von ihnen an unserem hart Verdienten schmarotzt? Germany first! – danach kommt 10 000 Kilometer lang erstmal gar nix, kapito?

Aber ach nein, unser Schlauberger hat eine viel blödere bzw. global kettenreaktionäre Erklärung, weshalb wir die Scheinasylanten-Heere aus Nix-Könnenistan, überhaupt vom gesamten Planeten Erde ums Verrecken bei uns lebenslang bewirten müssen. Täten wir es nicht, dann würden sie sich nämlich über kurz oder lang in Griechenland stauen (plötzlich kommen also doch nicht alle schlauchbootmäßig aus Afrika), womit das kleine Land überfordert wäre, es dort zu einer “Implosion” käme und der Euro, womit schon Jesus Christus seine Latschen bezahlt hat, platzte wie ein nicht gedeckter Scheck. Da sei Angela Merkel davor! Denn das Erfolgsmodell Euro wird noch in 5000 Jahren bestehen, wenn sich Menschen schon längst in reine Lichtwesen verwandelt haben und allein Helene Fischer und Roberto Blanco den 8. Atomkrieg als Zombies überlebt haben.

Desweiteren mahnt und Nils, daß wir sowas wie “Asyltourismus” und “Antiabschiebeindustrie” nicht mehr sagen sollen, weil “Sie verstärken vor allem nationalistische und fremdenfeindliche Tendenzen.” Ja und? Antwort:

“In einer pluralistischen Gesellschaft wird das Identitätsmerkmal ‘deutsch’ selbst zweitrangig, da es bei vielen Menschen parallel zu ‘türkisch’, ‘britisch’ oder ‘europäisch’ existiert oder schlichtweg gar keine Rolle mehr spielt.”

Wie bitte, Türken geben einen Scheiß auf ihr Türke-Sein? Erzähl das mal 10 Türken hintereinander, Nils. Spätestens bei dem Zweiten hast du eine gebrochene Nase, bei dem Vierten viele gebrochene Rippen, bei dem sechsten einen gespaltenen Schädel usw. Und was dieses “europäisch” als Identitätsfixpunkt anbelangt, mag das ja bei den Söhnchen und Töchterchen mit dem goldenen Löffel im Arsch der fett Steuergeld schmarotzenden Elite-Darsteller tatsächlich der Fall sein, weil sie hier in einer Privatschule das Abitur machen, in England studieren, in Neuseeland Praktika absolvieren, anschließend einen Amerikaner heiraten und sich nach der Scheidung in Rom niederlassen. Aber kommt dir auch mal in den Sinn, daß es überzeugte Deutsche gibt, die ihr Deutsch-Sein einfach so mögen und nach ihren deutschen Gepflogenheiten und Sitten leben wollen und ablehnen, daß es in ihrem schönen deutschen Lande wie im Orient oder in einem afrikanischen Busch aussieht? Den französischen Rotwein kann man ja immer noch trinken.

Zum Ende hin begibt unser sich unser Philosoph in eine wirre Sowohl-als-auch-Haltung und versucht immer und immer wieder darzulegen, weshalb es zwar eines Nationalstaats bedarf, aber anderseits dies ohne die EU unmöglich sei, also unter ihr zu einer nationalen Auflösung kommen müsse, und wir die Scheinasylantenflut zwar stoppen, aber auch irgendwie doch weiter rollen lassen sollten. Schwarz ist weiß und weiß ist schwarz, und ich wasche meine Hände in Unschuld. Im Schlußsatz schließlich zitiert er ohne einen Zusammenhang Machiavelli:

“In unseren Zeiten hat man keinen Fall gesehen, wo Festungen einem Fürsten genützt hätten.”

Ja, du mich auch!

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