Stellen Sie sich vor, Ihnen wird aufgetragen, einen kurzen Text über den Mond zu verfassen. Also fangen Sie an: “Wenn der Abendhimmel klar ist, sieht man eine kreisförmige Erscheinung am Himmel, die gelblich-golden leuchtet … Auch Ebbe und Flut stehen in Wechselwirkung mit dem Himmelskörper, der nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern kugelartig sein soll … In dieser anderen Welt existiert kein Sauerstoff, wiewohl sie mit großem technischem Aufwand schon von Menschen betreten wurde … Die Form des abgestrahlten Lichts von diesem Objekt nimmt mal ab, mal zu … usw.”

Als ihr Auftraggeber Ihr Elaborat liest, faßt er sich an den Kopf. Wütend fährt er Sie an, weshalb Sie bei Ihrem Text nicht erwähnen, daß es sich bei dessen Inhalt um den Mond handelt, ja, daß darin kein einziges Mal das Wort “Mond” vorkommt.

Genauso muß man sich das Werkeln in der ZEIT-Redaktion vorstellen, wenn es um den Islam geht. Man resoniert über dessen frauen- und menschenverachten Irrsinniaden, ohne das Wort Islam auch nur ein einziges Mal zu erwähnen. Im Gegenteil, man rückt diesen rückwärtsgewandten und einem zivilisierten Menschen zutiefst fremden Religions-Fake in die Nähe von Lausbubengeschichten à la Ludwig Thoma, mit einem lachenden und einem sentimentalen Auge.

Den Vogel im Dienste dieser Dumm- und Blödmann-Ideologie schießt am 26. Juni eine Judith Luig in ihrem ZEIT-Artikel “Burkinis für alle!” ab, ihres Zeichens Redakteurin im Ressort Politik, Wirtschaft und Gesellschaft:

“Die Schulzeit bringt Erniedrigungen mit sich. Das ist eine Erfahrung, die jeder Aufwachsende wieder neu für sich machen wird (…) Der eine kann im Mathe-Unterricht an der Tafel vor lauter Panik die simpelsten Aufgaben nicht lösen. Andere müssen immer allein auf dem Pausenhof stehen. Die Erniedrigung kann viele Formen annehmen. Für mich war es der Schwimmunterricht.”

Ach ja, so schön schrecklich war die Zeit damals, als ich Kirschen vom Nachbars Garten stibitzte und in Ermangelung realer Objekte sechsmal am Tag auf die zweidimensionalen Objekte in den Porno-Heftchen meines lieben Papas onanierte. Die Judith litt zu jener Zeit auch ganz schlimm. Sie hätte nämlich mit elf Jahren noch keine Titten gehabt, wogegen “meine Klassenkameradinnen posierten in wohl gefüllten Bikini-Oberteilen”, weshalb man sie auch “Erbse” nannte. Heute nennt man sie sicher “Nuß” mit einem abwertenden Adjektiv davor. Denn die Judith wartet plötzlich mit einer Überleitung auf, die an Beklopptheit kaum mehr zu übertreffen ist. Es handelt sich dabei um die Meldung, daß neulich in Herne ein Gymnasium seit geraumer Zeit kostenlos Burkinis an seine muselmanischen Schüler verleiht, damit diese auch im Schwimmunterricht teilnehmen können. Naja, nicht an alle muselmanischen Schüler, die Jungs dürfen wohl sogar im Tanga zum Schwimmunterricht kommen. Judith ist außer sich vor Begeisterung:

“Hätte es die damals schon gegeben, ich hätte sofort zu gegriffen. Was für eine Befreiung vom Voyeurismus!” (zugegriffen wird übrigens zusammengeschrieben, Judith)

Wie Voyeurismus? Ich dachte, dich hätte damals sowieso keines Mannes Auge gewürdigt, weil deine “Erbsen” eben erbsenwinzig waren. Oder meintest du ein Wonderbra-Burkini? Bizarre Vorstellung. Damit ist der Ansatz gesetzt. Es geht also bei dem lachhaften, muslimischen Verpackungskult um die Frau nicht darum, daß, sobald ein Mann ein bißchen nackte Frauenhaut sieht, augenblicklich jede Kontrolle über sich verliert, die Schamlose zu vogelfreien Hure erklärt, zum instinktgesteuerten Affen mutiert und das Signal zur Vergewaltigung erhält, was in Moslem-Ländern der Normalfall sein mag. Nein, nein, der Burkini ist eine geniale Erfindung für Mädchen und Frauen, die sich ihres Körpers schämen, wenn nicht sogar ihres Geschlechts. Also nach Judith-Logik.

Deshalb kapiert die Burrkini-Liebhaberin, die, und darauf wette ich meine Badehose, selbst und ihre Töchter bestimmt stets im Bikini schwimmen, die Kritik von einigen Politikerinnen an dieser von Vollidiotinnen zur Geschmackssache und Weltanschauung umgelogenen Frauenverachtung pur nicht, die sich immer noch weigern, in einem Mädchen oder einer Frau eine Drecksnutte zu sehen, wenn es oder sie ein Bikini trägt:

“Ein gesundes Geschlechterbild entwickelt sich also, wenn Mädchen Bikinis tragen? Der Zwang zu viel Haut sorgt für möglichst viel Natürlichkeit? Was für ein Verständnis von Geschlechterrollen soll das sein? Und was das Gefühl der Gleichwertigkeit angeht: Klöckner (Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz / A.P.) war offensichtlich nie ein halbnacktes elfjähriges Mädchen, das von Jungs in klobigen, alles bedeckenden Boxershorts begutachtet wurde.”

Hm, wieder sehr kryptisch, um nicht zu sagen schizo. Boxershorts bedecken “alles” an einem Jungen? Auch den Kopf? Auch die Brust-und-Rückenpartie? Auch die Arme? Auch die Beine? Ist Judith etwa in einem Clownshaushalt aufgewachsen, wo alle Familienmitglieder diese überlangen und schlabberigen Clownskostüme trugen? Mein reichhaltiger Erfahrungsschatz lehrt mich, daß eine Badehose beim Mann die primären Geschlechtsteile bedeckt und ein Bikini bei einer Frau die primären und sekundären Geschlechtsteile. Je nach Mode und Geschmack kann frau auch einen Badeanzug benutzen. Wenn ein Mann damit nicht klarkommt, soll er in den Keller gehen und wichsen, bis der Kolben blutet.

Hübsch, aber so durchsichtig wie ein Panoramafenster auch der Versuch, den Sachverhalt einfach umzukehren. Es wird kein Zwang durch die durch und durch kranke Islam-Ideologie, von der Familie, von primitiven, im Vormittelalter steckengebliebenen Männer ausgeübt, daß Mädchen und Frauen sich immer, sogar beim Schwimmen wie bewegliche Müllsäcke zu vermummen haben, i wo, es gibt nach Judith the brain den “Zwang zu viel Haut”. Von wem den eigentlich? Von Karl Lagerfeld? Und wenn erst ein Burkini für mehr “Natürlichkeit” und für “das Gefühl der Gleichwertigkeit” sorgt, warum gibt es dann das Scheiß-Teil nicht für Männer? Schäm dich, Judith! Aber sie meint es ja nur gut:

“Laut aktuellen Zahlen kann die Hälfte der heute zehn Jahre alten Kinder nicht sicher schwimmen. Ein Ausflug mit der Klasse ins Freibad bedroht ihr Leben, auch Klassenfahrten ans Meer oder an Seen sind nicht drin. In Herne lernen die Mädchen nun schwimmen. Das gibt ihnen mehr Freiheit. Mehr Kompetenzen. Mehr Teilhabe. Ein weiterer Schritt in Richtung Emanzipation.”

Ja, so wie es bei einem Sklaven “ein weiterer Schritt in Richtung Emanzipation” ist, wenn man ihn vorm Zubettgehen in Ketten legt. Also ich weiß nicht, aus Kacke wird ja auch kein Ton, wenn man daraus einen Aschenbecher formt. Und diese Mädchen und Frauen, die sich an ihren Burkini gewöhnen werden wie ein Pferd an den Sattel, werden in Zukunft nicht großartig schwimmen, weil darin ein angestrengtes Schwimmen eh nicht möglich ist. Dann schreibt die Besorgte noch ein bißchen so wie im Eingangsbeispiel über den Mond:

“Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Mädchen Kopftücher tragen. Religion ist einer davon, das Elternhaus sicher ein anderer, Mode spielt auch eine Rolle.”

Um welche Religion es sich wohl da handeln mag? Um den Katholizismus? Um Brahmanismus? Um Shintō? Und welche Variante von Elternhaus zwingt ihren Weibern einen Burkini auf? Die Hippie-Familie, die in einem ausrangierten Bus lebt? Oder eine mormonische Familie? Oder die Bundys? Selbst als es ekelhaft wird, bleibt Judith schmerzfrei:

“Der Burkini ist nur die chlorwassergetränkte Variante des Kopftuchs.”

Und mein Arsch die fleischgewordene Paßform für ein Charles-Eames-Lounge Chair-Sessel. Man sollte jedoch die Frau nicht unterschätzen, denn während ich mich hier an ihrer offenen Feindschaft zu ihren Geschlechtsgenossinnen abarbeite, schießt sie schon den nächsten philosophischen Marschflugkörper ab:

“Freiheit wird nicht erlernt, indem man Unfreiheit verbietet.”

Ich bin geneigt, zu fragen “Warum denn nicht?”, muß allerdings gestehen, daß ich nicht weiß, was das bedeuten soll, weil ich den Satz nicht verstehe. Umso eindeutiger ist Judith in ihrem Schlußplädoyer:

“Vielleicht ist die Lösung ja ein Kompromiss: Burkinis für alle. Dann werden weder religiöse noch exhibitionistische Gefühle zu sehr gekränkt. Das würde auch anderen Menschen zugutekommen, die ihren Körper nicht gerne präsentieren.”

Noch effektiver, freiheitlicher, last not least ultimativ emanzipatorischer wäre es jedoch, wenn man die Scheiße mit dem Burkini ganz seinläßt, die Mädchen und Frauen in Teppiche zusammenrollt, diese festschnürt und dann einfach ins Wasser schmeißt. Da könnte die Frauenwelt, “die ihren Körper nicht gerne präsentiert”, über das Schwimmen hinaus auch noch das Zaubern lernen. David Copperfield hat es ja auch immer wieder geschafft.

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