Die Schriftstellerin und Zeremonienmeisterin der Menstruationssekte “Lilith” Margarete Stokowski, Kolumnistin bei SPIEGEL-Online und regelmäßige Autorin für die taz und die ZEIT, hat eine Lesung bei der renommierten Münchner Buchhandlung “Lehmkuhl” abgesagt. Als Grund für die Absage nannte sie später in einer Stellungnahme auf der Rowohlt-Verlagsseite Menstruationsbeschwerden und daß in der Buchhandlung auch rechte Texte aus dem naziartigen Antaios-Verlag verkauft werden, aber keine, in denen steht, daß auch Männer, ja, selbst Flüchtlinge menstruieren.

Sie halte es für “sehr falsch”, diese Titel im Angebot zu haben, gerade wenn man sich gegen Rechts und für die kostenlose Menstruation für alle engagieren wolle. Michael Lemling, der Geschäftsführer der Buchhandlung, erklärte seinerseits: “Wer sich gegen Rechts engagiert, sollte wissen, was Rechte denken und lesen, wie sie argumentieren und menstruieren.” Aus diesem Grund gebe es in der Buchhandlung eine Rubrik “Neue Rechte, altes Denken und Frauen können nicht einparken”.

Nun hat Stokowski, die 1986 in Polen geboren wurde und, wie das bei Polen so ist, zum Zwecke des Auto-Diebstahls 1988 mit ihrer Familie nach Berlin-Neukölln kam, öffentlich angekündigt, daß sie Selbstmord begehen möchte. Wenn ihre Menstruation vorbei ist. Der Kulturbetrieb ist in heller Aufregung, würde er doch damit eine der letzten “Grande Dame” verlieren, die noch old school in selbstgeschneiderte Binden menstruieren. Auch während der Frankfurter Buchmesse.

Doch wie kam es zu dem angekündigten Schritt? Die Wochenzeitung DIE ZEIT will am folgenden Donnerstag ein Exklusivinterview mit dem Titel “Ich möchte nicht dieselbe Luft wie die Nazis einatmen, außerdem bin schon 32” mit ihr veröffentlichen, das der Kleiner-Akif-Redaktion bereits vorliegt:

ZEIT: Frau Stokowski, Sie haben öffentlich gemacht, daß Sie bald Selbstmord begehen wollen. Wann genau gedenken Sie, diesen Schritt zu vollziehen?
STOKOWSKI: Am 24. Dezember, also am Heiligabend. Jesus war nämlich auch ein Nazi.
Z: Wieso das?
S: Na hören Sie mal: “Gottes 3. Reich”. Klingelt`s?
Z: Heißt es nicht schlicht “Gottes Reich” ohne eine Ziffer davor?
S: Na und?
Z: Wie kam es zu dem Entschluß?
S: Es war ein langwieriger Prozeß. Schon als ich Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin studierte, merkte ich, daß außer mir und meiner sehr dicken Freundin Hengameh Yaghoobifarah alle Nazis waren. Naja, vielleicht war Roberto Blanco nur so`n halber Nazi. Doch ich war damals noch jung und unbeschwert und nicht wie jetzt übers Verfallsdatum für eine Frau. Und ich war verliebt – in Götz Kubitschek. Er war ein stattlich großer Mann und arbeitete seinerzeit in der Kinderzeugungsbranche. Er sagte, er könne mir auch ein Kind machen, wenn ich ihm 7 Euro gebe. Aber mein niedriger BAföG und meine intensiven Studien über Moslems, Neger, Frauen, Abartige und alle sonstigen Geschändeten ließen es nicht zu.
Z: Wie legten Sie diese Studien an?
S: Ich guckte mir jede Staffel der RTL-Serie “Der Bachelor” an, in der Hoffnung, daß irgendwann auch zu mir so eine Zuhälterfresse kommt und fragt “Wolle Rose kaufen?” Auch kam ich in die engere Casting-Auswahl von “Bauer sucht Frau”. Aber am Ende hieß es, sie hätten genug deutsche Bauern und brauchten nicht auch noch polnische, diese Scheiß-Rassisten! Daraufhin begann ich mich mit dem Patriarchalismus zu beschäftigen und stellte als erste Menschin auf der Welt fest, daß alle Patriarchen keine Vagina oder wie wir heute sagen kein Vorderloch besaßen. Deshalb unterdrückten diese Hinterlöcher die Frauen und ließen sie Geschwätzswissensaften studieren oder sich bis auf die Knochen blamieren, indem sie ihnen ermöglichten, bei den Grünen als irgendeine Bundesvorsitzende halt wie so eine Frau daherzuschnattern. Das waren aber alles weiße Männer, die einen Mercedes S600 oder einen Ridder Rollator Deluxe, 4-Rad, fuhren, und nie muslimische im Nachthemd. Das hat mir die große Liebe meines Lebens Abdullah an meinem Bett im Krankenhaus erzählt, nachdem er mir während einer intellektuellen Zwistigkeit über “Adorno und Analverkehr” den Unterkiefer gebrochen hat, der Schelm.
Z: Die “Sache der Frau” geriet aber immer mehr in den Hintergrund, als Sie sich mit der allgegenwärtigen Nazi-Gefahr zu beschäftigen begannen.
S: Im Gegenteil, die beiden Themenfelder gehören unmittelbar zusammen. Oder kennen Sie einen Mann, der kein Nazi ist?
Z: Äh … Ich?
S: Und wieso sehen Sie dann wie ein Mann aus?
Z: Äh?
S: Sehen Sie, erwischt! Jedenfalls merkte ich so allmählich, daß alles irgendwie Nazi war. Schon Babys plärren als erstes “Heil Hitler!”, wenn sie geboren werden.
Z: Wirklich?
S: Klar! Wir verstehen es nur nicht, weil sie es in der Baby-Sprache tun, diese kleinen Dreckssäue! Und dann die Verkehrsschilder mit den Hakenkreuzen …
Z: Was?!
S: Natürlich. Schauen Sie sich doch mal so ein Verkehrsschild mit einem roten Ring auf weißem Hintergrund an. Was sehen Sie da?
Z: “Durchfahrt verboten”?
S: Ja, bestimmt, und die AfD ist eine demokratische Partei! (Bekommt einen über eine halbe Stunde andauernden Lachkrampf, der in einen röhrenden Husten übergeht.) Und vermutlich denken Sie auch das blau-weiße Verkehrsschild mit einem Auto, einem Haus und einem Erwachsenen darauf, der mit einem Kind Ball spielt, ist das Zeichen für verkehrsberuhigte Spielstraße.
Z: Nicht?
S: Nein. In Wahrheit stellt es das Rittergut Schnellroda von Götz Kubitschek dar. Und nicht zu vergessen die “Autobahn”-Abfahrten. Also da könnte ich wieder so menstruieren!
Z: Kommen wir zu Ihrer Absage der Lesung in der Buchhandlung “Lehmkuhl” zurück. Was stört sie daran, wenn in einer Buchhandlung mit einem Sortiment von 20 000 Büchern auch ein paar Texte aus der rechten Ecke stehen?
S: Gar nichts. Das Problem ist nur, daß alle diese 20 000 Bücher voll nazi sind.
Z: Äh?
S: Ja, Sie sind nur viel zu blöd, um es zu durchschauen. Das ist das Gleiche wie mit den Straßenschildern. Nehmen wir mal z.B. ein Buch übers Nähen. Wer hat die Uniformen für die KZ-Aufseher und SS-Männer damals genäht? Waren das vielleicht die Leute von der Weißen Rose, eh? Nein, es waren blonde Frauen mit Zöpfen, die übrigens nicht so gut aussahen wie ich, bei Weitem nicht!
Z: Und “Harry Potter”?
S: Ein verkappter “Mein Kampf”. Jeder weiß doch, was für einen gewaltigen Okkultismus-Fimmel die Nazis hatten. Und bevor Sie mir jetzt noch mit “Fifty Shades of Grey” kommen: Niemals zuvor und danach in der Geschichte der Menschheit wurde so oft und so hart gefickt wie bei den Nazis. Da ist “Shades of Grey” ein müder Fick dagegen. Oft frage ich mich, ob ich mich wirklich dem Widerstand angeschlossen hätte, wenn ich damals gelebt hätte, wenn Sie verstehen, was ich meine.
Z: Und nun zu Ihrer Ankündigung, Ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Wie entwickelte sich dieser Entschluß?
S: Naja, als mir auffiel, daß jeder in diesem Scheißland ein Nazi ist und es kein Entkommen vor ihnen gab, so wollte ich wenigstens nicht dieselben Dinge benutzen wie sie und nicht den gleichen Raum mit ihnen teilen. Ich bat den SPIEGEL-Chefredakteur, für mich im Verlagshaus eine Wohnung einzurichten, in die man reinen Sauerstoff aus Flaschen zuführt, damit ich nicht die gleiche Luft wie die Nazis einatme. Außerdem wollte ich nur Produkte benutzen, die fair trade gehandelt und in der Dritten Welt produziert werden, auch den “Apple iMac Pro 27” und den “Charles-Eames-Lounge-Chair-&-Ottoman”. Daraufhin fragte mich der Chefredakteur, ob ich`n Arsch auf hätte, wo sie doch bald selber pleite wären. So wandte ich mich an die Bundeskanzlerin mit der Bitte, daß man mich wenigstens auf einen Planeten schießen möge, der ganz und gar und absolut nazifrei ist. Sie antwortete, daß so was zur Zeit nur der Trump hinkriegen könne, und mit dem stünde man sich gerade nicht so gut. Und so …
Z: Und so bleibt Ihnen nur noch der Suizid?
S: Ja, obwohl ich mir gerade den Rouge-Dior-Matte-Lippenstift und die Rolex von Chebli angeschafft habe. Anderseits, vielleicht saufe ich mir auch nur einen an und singe mitten in der Nacht von meinem Balkon aus ununterbrochen “Wie einst Lili Marleen”. Das habt ihr dann davon, ihr Scheißnazis!

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