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Das, was ihr jetzt lesen werdet, ist keine Satire, sondern die reine Wahrheit, welche mir gestern widerfahren ist. Ein Brief kam angeflattert, und mein erfahrenes Auge kann anhand der Aufmachung bereits in Sekundenschnelle erkennen, ob es sich dabei um einen Fan/Haß-Brief handelt. Fast immer sind darauf Adresse und Absender handgeschrieben, und auch der Text selbst ist in der Regel in Handschrift verfaßt. So war es auch in diesem Fall – allerdings mit einem gravierenden Unterschied.

Nirgends stand ein Absender, was zunĂ€chst auf eine Haßtirade auf den kleinen Akif hindeutete, denn es sagt mir die Erfahrung, daß die Schreiberlinge, die am brutalsten ihre Wut und Verachtung ĂŒber mich erbrechen, gleichzeitig ziemlich feige sind und juristische Konsequenzen befĂŒrchten. Das ist natĂŒrlich völliger Schwachsinn. Da ich selber in meinen Texten nicht gerade stubenrein bin, ist es mir schnurzegal, wie und als was man mich bezeichnet, ja, ich bin fĂŒr jede Schimpfwort-Kreation ĂŒber mich geradezu dankbar.

Doch Überraschung! Als ich den Umschlag öffnete, schaute mir daraus nur eine leere Seite entgegen – mit einem einzigen Wort darauf: Spende. Und ein 5-Euro-Schein. Sonst nichts. Tja, ich war natĂŒrlich einigermaßen ratlos, und tippte zunĂ€chst auf eine Verarschung. Vielleicht wollte jemand seinen Ekel mir gegenĂŒber dadurch ausdrĂŒcken, indem er mich quasi in die Rolle eines elenden AlmosenempfĂ€ngers versetzte, so nach dem Motto “Hier fĂŒr dich, du armer Penner!” Okay, das ergibt zwar bei meiner finanziellen Situation kaum Sinn, aber die Leute sind komisch.

Doch nach reiflicher Überlegung verwarf ich diese Vermutung wieder. Und das lag an der Summe. 5 Euro ist nicht viel Geld, aber auch nicht wenig. Man kann sich damit eine Portion Kaffee und Kuchen leisten, ein kleines Mittagsmahl, eine Schachtel Zigaretten. Die Zeitgenossen jedoch, die den kleinen Akif hassen, sind durchweg ungemein gezig. Vielleicht wĂŒrden sie in den Umschlag als Scheißwitz ein paar Cent reintun, aber nie und nimmer 5 Euro.

Also was ist das? Gut, selbstverstĂ€ndlich benötige ich fĂŒr das Waffenarsenal, das ich bald gegen die Regierung einzusetzen gedenke, betuchte Gönner. Doch woher wußte der 5-Euro-Mann(-Frau) davon? Und da wir dabei sind, wieso bekomme ich nicht noch mehr solche Briefe von euch?

Nö, war nur Spaß. SĂ€mtliche Kohle, die ich einfach so geschenkt bekĂ€me, wĂŒrde ich eh augenblicklich versaufen und verhuren, selbst wenn ich vorher ankĂŒndigte, daß ich sie fĂŒr einen edlen Zweck verwenden wĂŒrde. Mach ich immer so.

Tja, Mysteryman, was wolltest du mir mit deiner Spende sagen? Ich kann mir nicht vorstellen, daß du mich fĂŒr einen armen Schlucker hĂ€ltst. Ich werde aus der Geste nicht schlau. Aber weißt du was, trotzdem werde ich auf dein Wohl ein gutes Weinchen trinken. Bezahlt von deinem Geld. Dankeschön!

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Klar, ist ja auch vom Kleinen Akif. Es kostet aber eine Menge Zeit und Geld, solcherlei Perlen zu texten. Und den Nobelpreis fĂŒr Literatur hat man ihm erst fĂŒr 2029 versprochen. Deshalb spenden Sie so wenig oder so viel Sie wollen, wenn Ihnen dieser Geniestreich gefallen hat. Wenn nicht, ist auch o.k.



Per Überweisung:
Akif Pirincci
IBAN: DE92 3705 0198 1933 8108 38

Erfahre als erster von den neuen "Schandtaten" des grĂ¶ĂŸten deutschen Autors.

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